Wasserentnahmeverbot im Enzkreis

03.07.2026

Niedrigwasserlage im Enzkreis besteht weiterhin 

Verbot der Wasserentnahme läuft am 15. Oktober ab – Trotzdem bitte weiter darauf verzichten

Der Sommer 2026 ist zu Ende. Geprägt waren die letzten Monate von ungewöhnlich hohen Temperaturen und ausbleibenden langanhaltenden Niederschlägen. So zeigt der Klimaatlas der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), dass es (Stand 29.09.2026) im Enzkreis in diesem Jahr 41 heiße Tage gab, das heißt Tage mit der Maximaltemperatur von mindestens 30°C; an 10 Tagen überstieg das Thermometer sogar die 35°C-Marke. Neben den hohen Temperaturen trugen die geringen Niederschläge zu einer Stresssituation für die Gewässer bei. Auch die aktuellen Vorhersagen geben wenig Anlass zur Hoffnung auf baldige Besserung der Niederschlagssituation und damit auch der Niedrigwassersituation im Enzkreis. 

Seit dem 4. Juli 2026 galt im Enzkreis ein Wasserentnahmeverbot, das allerdings am 15. Oktober abläuft. Was gilt dann? 

Ramona Schüßler und Andrea Hartmann vom Umweltamt des Enzkreises appellieren: "Auch wenn das Wasserentnahmeverbot offiziell nicht mehr gilt, verzichten Sie bitte weiterhin auf Wasserentnahmen aus unseren oberirdischen Gewässern. Damit leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Gewässerflora und -fauna." Vereinzelte Regentage führen nach ihren Worten zwar zu kurzzeitigen Pegelspitzen im Gewässer, bringen jedoch keine nachhaltige Entspannung. 

Wer keine wasserrechtliche Erlaubnis besitzt, darf laut den beiden Expertinnen lediglich "geringe Mengen" aus Oberflächengewässern entnehmen. Dabei darf die Summe der geringen Wasserentnahmen aus einem Gewässer keine nachteiligen Auswirkungen auf dieses haben. Die Definition einer „geringen Menge“ orientiert sich also an der Gewässersituation und nicht am Bedarf des Nutzenden. Bei Niedrigwasserlagen wie derzeit schaden bereits geringe Wasserentnahmen, weshalb solche Entnahmen trotz Ablauf des Wasserentnahmeverbots nicht zulässig sind. Daher müsse weiterhin Rücksicht auf die Oberflächengewässer genommen werden. 

"Glücklicherweise ist jetzt im Herbst die Ernte weitgehend eingebracht und der Bewässerungsdruck durch kühlere Temperaturen gering. Das hat uns dazu bewogen, das Wasserentnahmeverbot nicht weiter zu verlängern und die Menschen im Enzkreis auf diesem Weg zu informieren und zum Mitmachen - besser gesagt zum Seinlassen - aufzufordern", fasst Axel Frey, Leiter des Umweltamts, zusammen.